Chevrolet Series AC International – 1929

Chevrolet Series AC International von 1929
© Copyright Oast House Archive / CC BY-SA 2.0

Der Chevrolet Series AC International (Modelljahr 1929) war ein amerikanischer Mittelklassewagen und wurde im Dezember 1928 auf dem Markt eingeführt, wo er den Series AB National ersetzte.

Das Fahrzeug wurde in zehn verschiedenen Karosserieformen hergestellt (neben Pkw´s auch Pickup Trucks / half-ton bis 1.5-ton ) und mit dem Slogan: „a Six in the price range of the Four“ beworben – übersetzt: „Ein Sechser zum Preis eines Vierers“. Schließlich verlangte der Hersteller lediglich 10 US-Dollar (was heute etwa 146 $ entspreche) mehr als für seinen Vierzylinder-Chevy vom Vorjahr.
Der damalige Preis für solch ein Fahrzeug lag – je nach Aufbau – zwischen 525 bis 725 US-Dollar und das für einen Sechszylinder.

Während das Modell in den Vereinigten Staaten die Montagewerke in Kalifornien, Michigan, New York, Ohio und in St. Louis, Missouri verließ, vertrieb man den Chevrolet Series AC International auch in Ländern wie: Argentinien, Belgien, Kanada, Japan und Südafrika.

 

Chevy International Series AC Light Delivery – erster Pickup mit einen 6-Zylinder-OHV-Motor

1929 tat Chevrolet das, was kein Automobilhersteller zuvor getan hatte. Er stellte mit dem Chevy International Series AC Light Delivery (half-ton) den ersten Pickup mit einem 6-Zylinder-OHV-Motor vor.

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Chevy International Series AC Light Delivery - half-ton
© General Motors / CC BY-NC 3.0

Der oben gesteuerte Sechszylinder-Reihenmotoren – OHV (auch bekannt unter “Stovebolt“ oder ”Stovebolt Six“) leistete mit seinem 3.179 ccm Hubraum 34 kW/46 PS bei 2.600 U/min und besaß ein max. Drehmoment von 167 Nm bei 1000 U/min. Die Kraft wurde dabei über eine Einscheibentrockenkupplung und ein manuelles Dreiganggetriebe an die Hinterräder geleitet. Zum Stehen brachte man den Chevy Pickup über mechanische Bremsen (an allen vier Rädern) – vorn Trommel- und hinten Außenbandbremsen.

Der revolutionäre Cast-Iron Wonder-Motor

Man nannte das erfolgreiche Triebwerk „Stovebolt“, weil die äußeren Schlitzschrauben denen ähnelten, die man bei Holzöfen verwendete. So sah der Stovebolt-Motor nicht nur aus wie ein Holzofen, er stand auch für die gleiche Haltbarkeit. Einige Leute behaupten allerdings, dass der Ausdruck von diversen Ford-Fans stamme, welche damit die Einfachheit des Sechszylinders verspotteten.
Der Stovebolt wurde aufgrund seiner gusseisernen Kolben aber auch als „Cast-Iron Wonder“ („gusseisernes Wunder“) bezeichnet. Diese standen für dessen Leistung, Zuverlässigkeit und Haltbarkeit.

Chevrolet Series AC International mit bedeutenden Fortschritten

Der Chevy Series AC International brachte einige bedeutende Fortschritte mit sich. Dazu zählen neben dem Antrieb zum Beispiel noch: eine mechanischen Kraftstoffpumpe, fußgesteuerte Scheinwerfer sowie Stahlscheibenräder statt den zuvor üblichen Holzspeichenrädern.

 

Ford holte sich seinen Titel zurück

Obwohl Chevrolet bereits nach den ersten fünf Monaten mehr als 600.000 Sechszylinder-Chevy´s verkaufen konnte, eroberte sich Ford (aufgrund seines hohen Auftragsbestands für sein Modell A) vorerst den ersten Platz im Verkaufsrennen zurück.

 

Der Chevy in Deutschland

Einige wenige Exemplare (Pkw) des 1929er Chevrolet Series AC International schafften es damals auch nach Deutschland, wo sie für unter 5.000 Reichsmark gehandelt wurden. Auch dieser Preis war für damaligen Verhältnisse nahezu unschlagbar, da im Vergleich zu einem Adler aus Frankfurt des Typs Standard 6 (mit ähnlichen Leistungsdaten) über 6.000 Mark fällig waren.
(Quelle: https://vorkriegs-klassiker-rundschau.blog/)

 

Nach 13 Monaten und 847.053 produzierten Einheiten wurde der Series AC International schließlich im Jahr 1930 vom Chevrolet Series AD Universal abgelöst.

 

Video – 1929 Chevy Pickup 194 Cubic Inch Stovebolt Six

 

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