Toyota Kijang 1. bis 4. Generation (1977-2003)

Der Toyota Kijang ist eine Reihe von Pickup Trucks und Minivans, die überwiegend in Südostasien vermarktet wurden. Eingeführt hatte man das Modell erstmals 1977 in Indonesien, wo es zu eines der beliebtesten Fahrzeuge des Landes wurde.

Toyota Kijang Modell KF10 1977
Bild: © Toyota

Modellbezeichnungen auf den verschiedenen Märkten

Kijang (Indonesien), Condor (Südafrika), Qualis (Indien), Revo (Philippinen), Tamaraw (Philippinen), Unser (Malaysia), Venture (Südafrika), Z-Ace (Taiwan und Vietnam), Zace (Taiwan) und Zaice (Vietnam) sind alles Modelle, die auf den von Toyota Indonesia entwickelten Toyota Kijang zurückgehen. Besonders beliebt waren diese Fahrzeuge in Südostasien, Südafrika sowie auf einigen karibischen Inseln. Dort mussten einige CKD-Auträge an freie Werkstätten vergeben werden um die steigende Nachfrage bewältigen zu können.

Der Toyota Kijang war mit Zweiradantrieb ausgestattet und wurde relativ günstig auf den Märkten angeboten. Zudem zeichnete er sich durch seine hohe Kapazität, große Bodenfreiheit und seine robuste Aufhängung aus. Damit war der Kijang das ideale Transportfahrzeug in einem Gebiet mit schlechten Straßen und für große Familien.

Toyota Kijang – Erste Generation (1977-1980)

Toyota Kijang Pickup - Erste Generation
Bild: © Toyota

Während der erste Prototyp 1975 auf der Jakarta Messe erstmals präsentiert wurde, startete Toyota die Serienproduktion am 9. Juni 1977. Seine Entwicklung beruhte auf der Basis des bewährten Toyota Land Cruisers.
Angeboten wurde der Toyota Kijang in vier verschiedene Karosserievarianten mit verschiedenen Motorisierungen.
Die Pickup-Variante war ein kastenförmiger Zweitürer, dessen Fenster aus Plastik und Planen bestand. Bei den philippinischen Tamaraws gab es zudem eine Langversionen des Pickups sowie eine Lkw-Version mit Planengerüst.
Die 1. Generation war auch unter dem Namen Kijang Buaya sehr bekannt (Englisch: Crocodile Kijang), da sich die Motorhaube seitlich öffnen ließ. Insgesamt wurden von 1977 bis 1980 26.806 Einheiten produziert.

Motorenpalette von Toyota Kijang

Angetrieben wurde der Toyota Kijang Pickup mit einem 1,2 Liter-3K-Ottomotor mit 57 kW / 77 PS und Vier-Gang-Schaltgetriebe. Bei den philippinischen Modellen kam u.a. auch ein 4K-Motor von Toyota mit 65 kW / 89 PS zum Einsatz. Zudem gab es von anderen Herstellern noch: 1,3-Liter-Pinoy-Motor (Ford Motor Company), 1,6-Liter-Motoren Fiera I, Fiera II und Fiera III (ebenfalls von Ford) und den 1,4-Liter-Neptune-Motor (Chrysler-Mitsubishi).

 

Toyota Kijang – Zweite Generation (1981-1985)

Toyota Kijang Pickup KF20 - 1985 zweite Generation
By Celica21gtfourKarya sendiri, CC BY-SA 3.0, Link

Der Hersteller Toyota brachte die zweite Auflage 1981 auf den Markt. Dieses Modell besaß ein etwas wuchtigeres Aussehen, lehnte sich jedoch im Design noch stark am Vorgänger an. Seine Front zierten wahlweise ovale, eckige oder runde Scheinwerfer.
Auf den Philippinen vermarktete man nun auch den Pickup mit langen Radstand (30-Serie), während die in Taiwan und Vietnam gebauten Z-Ace-Modelle identisch mit dem indonesischen Kijang blieben.
Nach dem Erfolg der philippinischen Ausführung des Toyota Kijang – der Tamaraw – kaufte ein dort ansässiges Unternehmen (Dragon Motor Vehicles) eine Lizenz des Modells, woraus sich mit der Zeit ein eigenständiges Modell mit dem Namen Dragon entwickelte. Weitere Konkurrenzmodelle entstanden von Nissan (Nissan Bida) und Carter Motors (Carter Masa), die ebenfalls die Rechte an diesem Design erwarben.

Motoren von Toyota Kijang

Der Toyota Kijang besaß nun auch eine schlankere Motorhaube, unter der sich ein 1,3 Liter-4K-Motor mit einem manuellen 4-Gang-Getriebe verbarg. Dieser wurde ab 1985 durch einen 1,5 Liter-5K ersetzt.
Beim Toyota Tamaraw diente standardmäßig ein 2,2-Liter-Dieselmotor von Delta Motors als Antrieb. Ein 2,5-Liter-Dieselmotor von Mazda, der Fiera IV von Ford sowie der Isuzu C-190 standen ebenfalls zur Wahl.

 

Toyota Kijang – Dritte Generation (1986-1996)

Toyota Kijang Pickup - dritte Generation
Link

Nachdem Toyota einige Rechte am Design an andere Hersteller verkaufte, entstanden jede Menge direkte Konkurrenzmodelle auf dem Markt. Toyota musste reagieren und entwickelte daher einen neuen und moderneren Nachfolger.
Im Jahr 1986 war es dann soweit, der Toyota Kijang kam in der 3. Generation auf den Markt. Dieses Modell unterschied sich nun deutlich von seinen Vorgängern. Sein Design war zeitgemäß und zudem standen ihm einige Extras zur Seite.
Angeboten wurde der Toyota Kijang mit kurzem – (KF40-Serie) und mit langem Radstand (KF50-Serie). Damit wurde das Fahrzeug nun endlich auch für Privatpersonen interessant und nicht nur für Händler und Gewerbetreibende wie zuvor.
Auch wurden die Modelle nun in Afrika und in der Karibik (als Toyota Venture) bekannt und sehr gefragt. In den Philippinen wurde die dritte Generation (als Tamaraw FX) erst 1991 eingeführt.
Die einfachste Modellvariante des Toyota Kijang war der Standard Kijang, während die beste Version der Super Kijang darstellte. Letztere Variante besaß ein 5-Gang-Schaltgetriebe und eine besser Innenausstattung.
Der Kijang in der Pickup-Version wurde bei freien Werkstätten in Auftrag gegeben und basierte auf dem Toyota Hilux. Äußerlich blieb man jedoch einheitlich, um nicht von der Minibus-Version abzuweichen.

Modellpflegen des Toyota Kijang

Im Jahr 1992 erhielt der Toyota Kijang eine kleine Modellpflege, die überwiegend kleinere stilistische Änderungen mit sich brachte. So versah man z.B. die Modelle aus dem Toyota Werk mit einem Schriftzug Toyota Original Body und den Innenraum hatte man ebenfalls leicht überarbeitet.
1993 wurde das Facelift-Modell in den Philippinen als vierte Generation vermarktet. Den vietnamesischen Zaice passte man dagegen erst 1996 entsprechend an.
1994 folgte ein zweites Facelift mit neuem Kühlergrill, Räder, Lenkrad und Drehzahlmesser. Außerdem sorgte von da an ein 1,8 Liter 7K-C-Motor für den Vortrieb. Ein Jahr später konnte man diverse Modelle optional mit einem Vier-Gang-Automatikgetriebe ordern.

 

Toyota Kijang – Vierte Generation (1997-2004)

Der Toyota Kijang kam 1997 als vierte Auflage, erneut in einem modernisierten Design, auf dem Markt. Dies war jedoch nicht auf allen Märkten der Fall, bei einigen anderen Ländern blieb man einfach bei der dritten Generation.
Während der Kijang Pickup als Serie 60 bezeichnet wurde, hatte man den Minivan (auch Kijang Capsule genannt) der Serie 70 zugeordnet und die Langversion unter Serie 80 geführt.
Die Motorenpalette umfasste nun auch wahlweise einen 1,8-Liter-EFI-Benzinmotor oder einen 2,4-Liter-Dieselmotor.

Modellübersicht der Kijang Pickup-Variante

Serie 60 Standard Deck:
SX: Standardmodell
SSX: Ausstattung mit Radio und Kassettenspieler oder Kassettenradio
SGX: Ausstattung mit Kassetten- oder CD-Radio, elektrischen Fensterhebern und Dekor
Rangga: Sportversion mit SGX-Ausstattung

Serie 60 Flat Deck:
LX: Standardmodell
LSX: Ausstattung mit Radio und Kassettenspieler oder Kassettenradio
LGX: Ausstattung mit Kassetten- oder CD-Radio, elektrischen Fensterhebern und Dekor
Krista: Sportversion mit LGX-Ausstattung

Modellpflegen des Toyota Kijang

Das erste kleine Facelift wurde im Jahr 2000 durchgeführt und betraf die Front- und Heckpartie. Außerdem bekamen die LGX- und Krista-Modellversionen zusätzlich einen 2,0-Liter-Motor zur Seite gestellt sowie ein überarbeitetes Interieur.
Drei Jahre später folgte eine weitere kleine Modellpflege, wodurch man die Kijang Modelle nun wie folgt unterschied: A (1997–2000), B (2000–2003) und C (2003–2004).

 

Video vom Toyota Kijang

 

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