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Chevrolet Task Force Serie (1955-1959)

Chevrolet Task Force Serie Pickup von 19551955 brachte Chevrolet seine völlig neue Task Force Serie auf den Markt. Sie ersetzte die seit 1947 gefertigte Advance Design Serie, die nach der Chevy AK-Serie aus dem Jahr 1941 den amerikanischen Pickup-Markt bis 1954 unangefochten anführte.
Mit dieser neuen Baureihe reagierte der Hersteller auf die stetig steigende Nachfrage nach Pickups, die nicht nur robust und arbeitstauglich waren, sondern auch Styling und Power mit sich brachten. Die neue Modellreihe (Chevrolet Task Force Serie) markierte einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte von General Motors Trucks, denn ein moderneres Design, mehr Komfort und stärkere Leistung durch den neuen V8-Motor sollten die Task Force Light Trucks erstmals auch für bisherige Pkw-Käufer interessant machen. Chevy bewarb seine neuen Modelle mit dem Slogan „Modern Design for Modern Hauling“ (modernes Design für modernen Transport).

 

Chevrolet Task Force Pickup Modelle / Bezeichnungen:

Den Pickup gab es in einer Vielzahl von Varianten, um für jeden Einsatzbereich die passende Lösung zu finden. Die 3000er Modelle waren mit verschiedenen Radständen und teils mit verlängerter Ladefläche erhältlich. Je nach Modell betrug das zulässige Gesamtgewicht bis zu 7000 Pounds (knapp 3,2 Tonnen).

  • Chevrolet 3100: 1/2-Tonner, Radstand 114 Zoll, Ladefläche 78 Zoll
  • Chevrolet 3200: ½-Tonner, Radstand 123,25 Zoll, Ladefläche 90 Zoll
  • Chevrolet 3600: 3/4-Tonner
  • Chevrolet 3500/3700: ¾-Tonner, Radstand 123,25 Zoll
  • Chevrolet 3800: 1-Tonner, Radstand 135 Zoll

Während ihrer Produktionszeit wurden die Task Force Modelle immer wieder überarbeitet. Zum Teil wurden die modifizierten Modelle dann auch unter neuem Namen vermarktet:

  • Chevrolet Cameo Carrier Pickup (ab 1955-1958)
  • Chevrolet Apache Pickup: Ab dem Modelljahr 1958 wurden die light-duty Pickups der Task Force Serie in Chevrolet Apache umbenannt. Die mittelschweren Modelle liefen nun unter dem Namen „Viking“ und die schwereren Trucks erhielten die Bezeichnung „Spartan“.
  • Chevrolet 3100
  • Chevrolet Second Series
  • An GMC-Standorten lief die Task Force Baureihe unter dem Namen „Blue Chip Serie“.

Chevy Task Force Pickup – Karosserie und Design

Die Chevrolet Task Force Pickups fuhren auf einem neuen, breiteren Rahmen mit sechs Querträgern, wodurch vorne und hinten längere Blattfedern eingebaut werden konnten.
Als neue Karosserieform brachte Chevrolet im Modelljahr 1958 die Fleetside auf den Markt. Durch die glatten Seitenteile reichte die Ladefläche bei diesem Modell über die komplette Führerhausbreite, wodurch zusätzliche Ladefläche gewonnen wurde.

Chevrolet Task Force 3200 - LangversionEine absolute Neuheit war die sogenannte „Sweep-Sight Windshield“ Frontscheibe, die durch die schräg nach hinten versetzte A-Säule um die Ecken verlief und somit eine bessere Sicht bot. Auf Wunsch gab es auch die dazu passende „Wraparound“-Heckscheibe.
Einzelscheinwerfer, die durch den Überhang der vorgezogenen Kotflügel eine Art Kapuze besaßen, ein Gittergrill, eine umlaufende Stoßstange und ein flache Motorhaube mit Emblem verliehen dem Chevy Pickup eine völlig neu designte Front.

1957 wurde der Pickup leicht überarbeitet und erhielt einen neuen, offeneren Kühlergrill, der jedoch nur für ein Jahr blieb. Die größten Veränderungen für die Task Force Baureihe brachte das Modelljahr 1958. An der Front saßen nun Doppelscheinwerfer und ein schmälerer, breiterer Kühlergrill, der über die gesamte Breite reichte. Neben der optischen Überarbeitung erhielten die Modelle auch neue Bezeichnungen: Die leichteren Pickups hießen nun „Chevrolet Apache“, während die mittelschweren bzw. schweren Trucks in „Viking“ und „“Spartan“ umbenannt wurden.
Der Chevrolet Apache Pickup wurde standardmäßig mit lackiertem Kühlergrill und Frontstoßstange geliefert, konnte aber optional auch mit Chrom bestellt werden.

Motorisierung und Antrieb Chevrolet Task Force Pickup

Dem Pickup der Task Force Serie standen während seiner Produktionszeit insgesamt drei Motoren zur Wahl.
Standard war der 235 cu in Sechszylindermotor mit einem Hubraum von 3.859 cm³.

Die größte Neuheit der Baureihe war jedoch der leistungsstärkere und effizientere 265 cu in OHV-V8-Motor mit einem Hubraum von 4,3 Liter, der auch in der Corvette und im Bel Air zum Einsatz kam. Mit ihm bestand zum ersten mal die Option, einen Chevy Pickup mit einem V8 auszustatten. Dringend nötig, denn Konkurrent Ford begann schon ein Jahr zuvor seine Trucks mit stärkeren V8-Motoren auszurüsten.

Zum Modelljahr 1958 wurde der 4,3-Liter-V8 überarbeitet und als verbesserter 283-cubic-inch in die Task Force Motorenpalette aufgenommen. Der nun 4,6 Liter große V8 verfügte während seiner Produktionszeit über verschiedene Leistungsstufen (138 kW bis 211 kW).

Ein weiterer bedeutender technischer Fortschritt folgte im Jahr 1957, als die Chevy Pickups erstmals mit einem fabrikinstalliertern Allradantrieb bestellt werden konnten. Bis 1955 konnten lediglich 1-Tonner und ¾-Tonner durch NAPCO-Umbauten zum Allradler gemachte werden. Ab 1955 war dies zwar auch bei den leichteren 1/2-Tonnen-Modellen möglich, doch eine ab Werk bestellbare 4×4-Option bot Chevrolet erst zum Modelljahr 1957 an.

Alle V8-Motoren waren auch mit einem Automatikgetriebe erhältlich.
Insgesamt waren für den Task Force Pickup – je nach Motorisierung und Modell – fünf Getriebe verfügbar: Eine herkömmliche Dreigang-Schaltung, ein Dreigang-Getriebe mit Overdrive, ein Heavy-Duty-Dreigang, ein Viergang-Getriebe oder eine Hydra-matic-Automatik.

Ausstattung der Chevy Task Force Trucks

Um mit den neuen Modellen auch bisherige Pkw-Käufer anzulocken hat der Hersteller nicht nur das Design seiner Pickups von Grund auf modernisiert, sondern auch in Sachen Ausstattung eine ganze Schippe zugelegt – zum ersten Mal in der Geschichte von General Motors war ein Pickup nun mit Servolenkung und Servobremsen erhältlich. Auch das Innere der Fahrerkabine ähnelte dem Innenraum von Pkw´s und bot wesentlich mehr Komfort als bei Vorgängermodellen. Bequemere Sitze, ein modernes Armaturenbrett mit fächerförmigem Tachometer und 12 Volt
Selbst Standardmodelle hatten eine zweifarbige Polsterung

Das optional erhältliche Custom Cab-Paket beinhaltete verchromte Innentürknöpfe, verbesserte Sitze mit Armlehnen, Doppel-Sonnenblenden, einen Zigarettenanzünder und eine große umlaufende Heckscheibe.

Die lange Liste an Optionen für den Task Force Truck enthielt u.a. einen verchromten Kühlergrill, vordere und hintere Chromstoßstangen, Scheinwerferblenden, Stoßfänger und Schutzgitter, Radkappen, Kühlerfiguren und einen Radio. Ab 1958 war erstmals sogar eine Klimaanlage für den Chevy Truck erhältlich.

Abgelöst wurde die Modellreihe schließlich von der Chevrolet C/K Serie, welche ab 1960 auf dem Markt erhältlich war.
Die von 1955 bis 1959 gebauten Chevrolet Pickups der Task Force-Serie erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit bei Sammlern und Light-Truck-Liebhabern. Die heutigen Preise dieser Oldtimer Pickups reichen vom niedrigen vierstelligen Betrag bis hin zu 50.000 $ für restaurierte Modelle.


Chevrolet Cameo Carrier Pickup (1955-1958)

Chevrolet Cameo Carrier - 1955Mitte 1955 feierte auch das Sondermodell Chevrolet Cameo Carrier (Model 3124) seine Markteinführung. Der Cameo Carrier war eine Variante des Task Force 1/2-Tonners. Die GMC-Version dieses Modells lief unter dem Namen GMC Suburban Carrier und war weitestgehend identisch mit dem Chevrolet Pickup.
Zwar waren die Standardmodelle der Task-Force-Baureihe schon wesentlich moderner designt als ihre Vorgänger, doch nichts im Vergleich zum Chevy Cameo Carrier. Der Light-Duty-Pickup setzte neue Maßstäbe im Bereich Pickup-Styling. Er brachte erstmals typische Pkw-Designelemente in die Sparte der Nutzfahrzeuge ein und legte mit seinem dynamischen Aussehen den Grundstein für Modelle wie den El Camino, Avalanche und Silverado Crew Cab.

Chevrolet Cameo Carrier – wegweisendes Design

Anders als die Standard-Modelle war der 3124 Cameo Carrier eher ein trendiger Städte-Pickup als ein Lastesel. Wie auch die Task Force Modelle besaß der Cameo eine herkömmliche Standard-Pickup-Box. Seine Flatside-Optik mit dem glatten eleganten Design erhielt er durch Fiberglas-Paneelen, die an den Seiten und an der Heckklappenabdeckung angeschraubt wurden.
Während Chrom-Stoßstangen, ein verchromter Kühlergrill und vollständige Radabdeckungen bei anderen Modellen nur optional erhältlich waren, gehörten sie beim „Luxus-Pickup“ Cameo zum Standard.
Hinzu kamen autoähnliche Funktionen, eine zweifarbige Lackierung und ein luxuriöses Interieur.
Als Basismotor im Chevy Cameo Carrier diente der 235 cu – Sechszylinder. Der leistungsstärkere 265 cu – OHV-V8-Motor war – ebenso wie das Automatikgetriebe – mit Aufpreis erhältlich.

Im Februar 1958 wurde der Cameo Carrier durch die neu eingeführten Fleetside-Modelle ersetzt. Diese boten nicht nur eine größere Ladefläche sondern waren auch günstiger.
Der Cameo Carrier Pickup kostete in der Standardausführung rund 2.150 $ – fast 500 $ mehr als ein Basismodell der 3100er-Serie. Dies war wohl der Hauptgrund für die geringen Absatzzahlen.
Doch auch wenn der Chevrolet Cameo Carrier (aufgrund seines hohen Preises) nie wirklich zum Verkaufsschlager wurde, ist er historisch gesehen doch einer der wichtigsten Pickups. Er legte den Grundstein für künftige Generationen, die entwickelt werden um Arbeit, Komfort und Stil zu vereinen.

 

Bilder von der Chevrolet Task Force Serie

Bilder: © General Motors

Video von der Chevrolet Task Force Serie

 

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