Dodge Rampage Pickup (1982-1984)

Der recht kurzlebige Dodge Rampage war ein kleiner Pickup auf Pkw-Basis, der auf dem Dodge Omni-basierten Charger basierte. Seine Produktion lief gerade mal von 1982 bis 1984 und das obwohl er zu dieser Zeit Amerikas einziger kleiner Pickup mit Frontantrieb darstellte.

1982 Dodge Rampage Pickup
Bild: © FCA

Rampage – der denkwürdige Dodge-Eintrag

Von Ende der 1950er bis in die späten 70er Jahre lieferten sich Chevrolets El Camino und Fords Ranchero einen erbitterten Kampf auf dem Pkw-basierten Pickup-Markt. Und obwohl dieses Segment zu dieser Zeit durchaus populär war, sprang Chrysler erst Anfang der 80er Jahre auf diesen Zug auf. Zu dieser Zeit gab es längst keinen Ranchero mehr und der Limousinen-Pickup El Camino war mittlerweile auf die kleinere G-Body-Plattform von GM umgestiegen. Nichts desto trotz, 1982 brachte Dodge schließlich seine Version von einem autobasierten Pickup auf den US-Markt und schlug dabei eine noch ungewöhnlichere Richtung ein.

Karosserie und Fahrwerk

Anders als der El Camino, der auf einer Heckantriebskarosserie auf einer Rahmenplattform aufbaute, setzte man beim kompakten Dodge Rampage auf Frontantrieb und eine Unibody-Konstruktion, die auf der L-Plattform von Chrysler basierte.
Seine Karosserie stammte bis zur B-Säule vom Dodge Omni 024 (Schwestermodell Plymouth Horizon) bzw. ab Modelljahr 1983 von dessen Nachfolger Dodge Charger – was ihm insgesamt ein sportliches Aussehen verlieh.
Um Platz für die Ladefläche zu schaffen hatte man hier den Radstand um ein paar Zentimeter verlängert (2,64 m). Die Pritsche selbst maß 1,57 m in der Länge und 1,32 m in der Breite – letzteres wurde durch die hinteren innen liegenden Kotflügel auf 1,06 Meter reduziert.

Auch die Aufhängung lieh man sich vom Omni/Horizon: mit MacPherson-Federbeinen vorn, sowie eine Hinterradaufhängung mit Blattfedern und einer Rohrhinterachse mit schräg montierten Stoßdämpfern. Damit erreichte der Dodge Rampage eine max. Ladekapazität von 519 kg – wodurch er in die Kategorie „Half -Ton“ eingestuft wurde. Des Weiteren betrug seine Anhängelast 326 kg.

Rampage Sport / Rampage 2.2

Dodge bot seinen Baby Pickup (neben dem Standrad-Modell) auch als Sport-Version an – den sogenannten Rampage Sport. Hierbei fanden jedoch nur leichte optische Veränderungen statt, der Motor blieb der selbe. So wurde das Fahrzeug u.a. mit zweifarbiger Lackierung (schwarze Seitenschweller) und aufgeklebten Zierstreifen, 14-Zoll Räder (Reifen zierten weiße Buchstaben), stoffbezogenen Schalensitzen mit verstellbaren Rückenlehnen, speziellen Zierteilen, Drehzahlmesser und Uhr ausgeliefert.

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Ab 1983 wurde aus dem Rampage Sport der Rampage 2.2. Hier fügte man (neben den Sport-Ergänzungen des Vorjahres) u.a. neue Grafiken, eine Motorhaube mit gefakter Lufthutze sowie schwarze Sitze (oder schwarz mit roten Streifen) hinzu.

1983 Dodge Rampage 2.2
Bild: © FCA

Bremsen

Ein Alleinstellungsmerkmal stellte hierbei das sogenannte Load-Sensing-Bremssystem dar. Damit der Rampage auch beim starken Bremsen geradeaus fuhr hatte Dodge ein lastabhängiges Bremsproportionalventil mit einem Hebel zwischen Hinterachse und Gepäckbox verbaut. Damit ließ sich die auf die Hinterräder verteilte Bremskraft erhöhen oder verringern. So wurde beispielsweise beim Transport schwerer Ladung die Federung nach unten gedrückt, wodurch sich ein Ventil öffnete und so mehr Flüssigkeitsdruck auf die hinteren Trommelbremsen freigab. War hingegen die Ladefläche leer oder nur leicht beladen, begrenzte das Ventil wiederum den Druck auf die hinteren Bremsen.

Unter der Haube

Der Dodge Rampage wurde von Chryslers 2,2-Liter-Vierzylindermotor angetrieben, der wahlweise mit einem Viergang-Schalt- oder Dreigang-Automatikgetriebe erhältlich war. Ab 1983 konnte man den kleinen Pickup auch mit einem optionalen Fünfgang-Schaltgetriebe ordern.

Mit einer Leistung von 72 kW/97 PS dauerte der Sprint von 0 auf 100 km/h gemächliche 16 Sekunden. Dafür war sein (EPA geschätzter) Kraftstoffverbrauch von 8,1 bis 11,2 auf 100/km für einen Pickup beeindruckend gering.

Technische Daten des Dodge Rampage im Überblick:

Motor: 2,2-Liter-Reihenvierzylindermotor
Hubraum: 2213 ccm
Leistung: 72 kW/97 PS bei 5200 U/min
Max. Drehmoment: 161 Newtonmeter bei 3200 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: 4/5-Gang-Schaltgetriebe / 3-Gang- A404 Automatikgetriebe
Radstand: 2.647 mm
Abmessungen (LxBxH): 4,66 x 1.69 x 1,31 Meter
Leergewicht: 1020 kg (1.040 kg im Sport Trim)

Preis (1982): etwa 6.700 US-Dollar / + 500 US-Dollar für die Sport-Version.

Info: Leider erhielt der stilvolle kleine Laster nie den leistungsstarken Shelby-Turbo-Antriebsstrang, der in anderen L-Plattformmodellen zum Einsatz kam.

Interieur

Der Innenraum des Dodge Rampage ähnelte vom Gesamtbild dem eines typischen Sportcoupés dieser Zeit. Somit verfügte der Zweisitzer über bequeme Schalensitze mit hoher Rückenlehne, die mit Vinyl bezogen waren. Neben einem minimalistischen Armaturenbrett und tief gewölbtem Lenkrad gehörte eine Stereoanlage, Klimaanlage, Tag-/Nachtspiegel sowie ein elektrischer Fahrer-Außenspiegel zur Ausstattung. Elektrische Fenster gab es jedoch nicht.

1984 Dodge Rampage - Interieur
By dave_7 from Lethbridge, Canada, CC BY 2.0

Überarbeitungen

1983 – Ein optionales Fünfgang-Schaltgetriebe wurde hinzugefügt.
1984 – Überarbeitete Frontschürze, Doppelscheinwerfer, neuer Kühlergrill mit vertikal geteiltem Design, neuer schlankerer unterer Stoßfänger mit fast bündigen Blinkern.

1984 - überarbeiteter Dodge Rampage
By Greg Gjerdingen from Willmar, USA, CC BY 2.0

Obwohl es keine offiziellen Aufzeichnungen darüber gibt, sollen Chrysler/Shelby-Ingenieure (in ihrer Freizeit für Carroll Shelby) einen „Shelby Rampage“ gebaut haben. Ebenso wurde 1984 eine spezielle „Direct Connection“ Rampage für den kalifornischen Markt herausgebracht, von denen nur 250 Stück produziert wurden.

 

Dodge Rampage – zu klein und zu spät

Obwohl damals die Autopresse das kleine Pickup-Auto mit Lob überschüttete, wurden Käufer von Light-Trucks mit der Rampage nie richtig warm. Weder schaffte man es El Camino-Käufer abspenstig zu machen (wahrscheinlich wegen seiner geringen Größe), noch konnte man mit anderen kleinen Mini-Pickups (wie dem VW Rabbid und Subaru Brat) konkurrieren.

Hier dürfte unter anderem auch der gewählte Zeitpunkt der Vermarktung eine nicht unwichtige Rolle gespielt haben. Pickups auf Pkw-Basis erreichten gegen Ende der 1960er bis in die 70er Jahre den Höhepunkt ihrer Popularität, der schließlich ab Mitte bis Ende der 1980er Jahre nahezu völlig verpuffte. In den 80ern griffen Kunden, die nach einem kompakten, verbrauchsarmen Laster suchten, meist zu echten Mini-Trucks – zu denen beispielsweise auch Dodges eigener Ram 50-Pickup gehörte.

Ein ähnliches Schicksal erlitt auch das Schwestermodell (Plymouth Scamp), welches im Grunde genommen nur eine umbenannte Version des Rampage darstellte. Das Fahrzeug wurde nur im Jahr 1983 vermarktet.

Die Verkäufe des 1982er Dodge Rampage erreichten mit 17.636 Einheiten ihren Höchststand. Im Jahr darauf (1983) fielen diese jedoch mit 8.033 Einheiten stark in den Keller. Dies mag zum Teil der Veröffentlichung des 83er Plymouth Scamp geschuldet sein, denn 1984 (als der Zwilling Scamp wieder eingestellt wurde) stiegen die Verkäufe – mit 11.732 Einheiten – wieder.

Die Produktion dieser Fahrzeuge dauerte nur bis 1984, was den Dodge Rampage heute zu einem ziemlich seltenen und fast vergessenen Teil des amerikanischen Automarktes der 80er Jahre macht.

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