US Cars Import – worauf ist zu achten

Wer ein Fahrzeug aus den USA nach Deutschland importieren möchte, kann dies mit ein bisschen Aufwand tun. Obwohl es mit etwas Arbeit verbunden ist, kann es sich durchaus lohnen. Vor allem wenn es sich um ein Sammlerstück handelt oder ein Auto, das in Deutschland nicht gekauft werden kann. Hier gibt es einige wichtige Punkte, die beachtet werden sollten, damit bei der Einfuhr nichts schief geht.

US Cars Import

US Cars Import – Der Kaufvertrag

Wer davon träumt, beispielsweise einen der beliebten US Pickup-Trucks wie den Ford F-150, den Chevrolet Silverado oder ein Muscle Car wie einen Dodge Challenger & Charger nach Deutschland zu bringen, muss sich auf einiges an Bürokratie einstellen. Für die Einfuhr wird als erstes ein Kaufvertrag oder ein Kaufvertragsschein benötigt. Die folgenden Informationen müssen im Kaufvertrag enthalten sein:

  • der Name des Käufers
  • der Name des Verkäufers
  • die Fahrgestellnummer
  • der Fahrzeughersteller
  • das Baujahr
  • der Fahrzeugtyp
  • der Fahrzeugpreis
  • das Datum und die Unterschrift

Die Umsatzsteuer wird von den einzelnen Bundesstaaten festgelegt, in der Regel zum Zeitpunkt des Kaufs erhoben und liegt meist zwischen 7 % und 13,5 %. Wer sich nicht sicher ist, wie hoch sie individuell ausfällt, kann beim jeweiligen Händler nachfragen. In den USA gibt es keine einheitliche Regelung für diese Steuer.

Zahlungsarten

Es ist immer von Vorteil, einen Rabatt mit Bargeld auszuhandeln, aber die Verwendung einer Kreditkarte ist sicherer. Mit einer Kreditkarte kann auch Geld von einer deutschen Bank zu einer amerikanischen Bank überwiesen werden. Somit lässt es sich besser nachverfolgen, dass bezahlt wurde, falls etwas beim Kauf nicht richtig funktionieren oder es Probleme mit dem Verkäufer geben sollte.

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Garantie

Nicht viele europäische Hersteller bieten weltweite Garantien an, so dass es sinnvoll ist, zu fragen, wie weit ihre Versprechen reichen. Da die deutschen Vertretungen der Hersteller beim Kauf von US-Fahrzeugen meist keine Garantieleistungen anbieten, sollte davon ausgegangen werden, dass im Fall eines Problems mit dem Fahrzeug selbst bezahlt werden muss. Gewährleistungsansprüche gegenüber den Herstellern oder ihren deutschen Vertretungen sind bei Gebrauchtwagen außerdem auch nicht zulässig.

Fahrzeugpapiere und Zulassung

Wer vor dem Übersee-Transport mit seinem Auto noch eine Reise in den USA machen oder es selbst zum Hafen fahren will, benötigt eine US-Zulassung. Das Department of Motor Vehicles (DMV) ist in den USA für Kfz-Zulassungen zuständig. In den USA ist der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung für die Zulassung obligatorisch. Die Gebühr für die Zulassung eines Fahrzeugs variiert von Staat zu Staat und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wenn der Händler nicht in der Lage ist, bei der Zulassung und den notwendigen Formalitäten zu helfen, muss mit größeren Problemen gerechnet werden.

Die „Registration Card“ muss immer mitgeführt werden und dient als Nachweis für die Zulassung des Fahrzeugs. Neben dieser Funktion dient sie oft auch als Nachweis für Steuern und Versicherung.

Title oder Certificate of Origin

Jedes Fahrzeug, das jemals in den Vereinigten Staaten zugelassen wurde, verfügt über ein Certificate of Title, allgemein bekannt als Title. Die Eintragungen im Title sind praktisch identisch mit denen in der deutschen Zulassungsbescheinigung Teil II:

  • Die Fahrgestellnummer
  • Das amtliche Kennzeichen
  • Der aktuelle Eigentümer
  • Lienholder (ob es sich um ein beliehenes Fahrzeug handelt)
  • Platz auf der Rückseite für den Überschreibungsvermerk

Aus dem Fahrzeugbrief geht die Anzahl der Vorbesitzer nicht hervor. Eine Herstellererklärung (Manufacturer’s Statement of Origin) wird vom Hersteller ausgestellt, um zu bescheinigen, dass ein Neufahrzeug keinen Title hat, weil es noch nie zugelassen war.
Es ist unmöglich, ein Fahrzeug ohne das Original des Certificate of Title oder des Manufacturer’s Statement of Origin zu überführen. Das Dokument ist auch entscheidend für die Zulassung in Deutschland.

Fahrzeugkennzeichen

In einigen Staaten können die Nummernschilder am Fahrzeug verbleiben, auch wenn der Besitzer wechselt. Wenn der Vorbesitzer die Nummernschilder behält, muss der neue Besitzer ein neues Nummernschild kaufen, um es nach Deutschland transportieren zu können. Der Händler kann auch bei einem „One Day Permit“ behilflich sein – einer Art Überführungskennzeichen, falls eins benötigt wird.

Es ist ratsam, die amerikanischen Nummernschilder möglichst vor dem Versand zu entfernen und im Gepäck mitzuführen. Wenn ein oder beide Nummernschilder verloren gehen, sollte der Verlust bei der amerikanischen Polizei gemeldet werden. Amerikanische Nummernschilder sind als Souvenirs sehr begehrt, daher können sie leicht abhandenkommen.

Während der Verschiffung

Vor der Abreise aus Deutschland sollte eine internationale Fahrzeugspedition kontaktiert werden, um Termine, Kosten usw. zu erfahren. Hafengebühren und Lagerkosten gehen immer zu Lasten des neuen Besitzers.

Alle großen europäischen Spediteure haben Vertretungen in den großen US-Häfen, von denen aus das Fahrzeug direkt angeliefert werden kann. Bremerhaven oder Hamburg sind die Ankunftsorte für Deutschland. Es ist besser, eine direkte Verschiffung nach Deutschland zu beantragen. Von den großen Verschiffungshäfen an der Ostküste dauert der Transport etwa zehn Tage, von der Westküste etwa 20 Tage.

Vor der Verladung sollte das Fahrzeug mindestens drei Tage im Hafen oder beim Spediteur sein. Denn der Original-Titel (bei Gebrauchtfahrzeugen) bzw. das Original Manufacturer’s Statement of Origin (bei Neufahrzeugen) muss dem US-Zoll vor dem Verladetermin in je zwei Kopien der Vorder- und Rückseite vorgelegt werden. Da die Dokumente für die Zulassung in Deutschland unerlässlich sind, sollte eine weitere Kopie beglaubigt und aufbewahrt werden, falls das Originaldokument verloren geht.

Versicherung für den Transport

Es wird dringend empfohlen, eine Transportversicherung mit All-Risk-Deckung abzuschließen, die alle Risiken von der Fahrzeugübergabe bis zur Auslieferung in Deutschland abdeckt. Die Transportversicherung kann beim Spediteur abgeschlossen werden.

Ankunft

Das Fahrzeug kann vom Spediteur nach Hause geliefert werden lassen oder es auf einem Anhänger vom Hafen selbst abgeholt werden, wenn dies gewünscht ist.

Zum 1. April 2015 haben sich die Voraussetzungen für die Erteilung deutscher Kurzzeitkennzeichen geändert. Neben anderen Bestimmungen muss eine gültige technische Bescheinigung eines deutschen Prüfunternehmens (§ 21 StVZO) vorgelegt werden, wenn ein Fahrzeug mit einem abgelaufenen Kurzzeitkennzeichen überführt werden soll.

Falls das Auto noch ein gültiges US-Kennzeichen hat, kann es an seinen Bestimmungsort gefahren werden. Es ist jedoch wichtig, dass im Voraus eine Grenzversicherung abgeschlossen wird, da die US-Autoversicherung in der Regel in Europa nicht gültig ist.

In Deutschland wird zusätzlich zu den 10 % Zollgebühren für Fahrzeuge eine Mehrwertsteuer von 19 % erhoben. Die Zollgebühren werden auf den Kaufpreis des Fahrzeugs berechnet. Die fiktiven Frachtkosten werden ebenfalls mit der Mehrwertsteuer besteuert.

Datenblatt

Es muss festgestellt werden, ob für das Fahrzeug bereits ein deutsches Datenblatt vorhanden ist. In diesem Fall wurde das gleiche Modell bereits mindestens einmal in Deutschland zugelassen, so dass es bei allen in Europa gebräuchlichen Fahrzeugen keine Schwierigkeiten geben dürfte.

Haupt- und Abgasuntersuchung

Vor dem Besuch der Zulassungsstelle muss das Fahrzeug bei einer technischen Prüfstelle (wie DEKRA oder TÜV) überprüft werden, um die Einzelabnahme nach § 21 StVZO durchführen zu lassen. Für die Erteilung deutscher Fahrzeugpapiere, werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Eine Zoll-Unbedenklichkeitsbescheinigung
  • Das original Certificate of Title oder Manufacturer’s und Statement of Origin
  • Ggf. das amerikanische Kennzeichen
  • Die Original-Kaufrechnung
  • Das Gutachten der technischen Prüfstelle
  • Versicherungsbestätigung
  • Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung

Fazit

Wer ein Fahrzeug aus Amerika nach Deutschland einführen möchte (US Car Import), muss einige Dinge beachten, damit es problemlos klappt. Neben einem gültigen Kaufvertrag, werden auch die Zulassung, der Title und die Fahrzeugkennzeichen benötigt. Außerdem ist es ratsam, eine Transportversicherung abzuschließen. Das Auto muss bei Ankunft bei einer Prüfstelle überprüft werden, bevor die Zulassungsstelle besucht wird, damit das Fahrzeug erfolgreich in Deutschland registriert werden kann.