Chevrolet C/K Serie 3. Generation (1973 – 1987)

1976 Chevrolet C10 StepsideIm Jahr 1973 brachte man die dritte Generation der Chevrolet C/K Serie auf den Markt, welche man umgangssprachlich auch „box-body“ oder „square-body“ Truck nannte. Bei GMC dagegen lief das nahezu baugleiche Modell offiziell unter „Rounded-Line“.

Mit der Entwicklung dieser Generation begann der Hersteller bereits 1968 mit simulierten Tests am Computer. Später folgten diverse Prototypen der C/K Serie für reale Tests. Für diese Fahrzeuge nutzte man bereits die Technologie der Windkanäle, wodurch die Karosserie der Trucks, Blazers und Surubans hauptsächlich geprägt wurden.

Erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt hatte man den Chevy Pickup (Modelljahr ´73) bereits Mitte 1972. Wie auch bei den vorangegangenen ersten beiden Generation trugen auch hier die Modelle mit Heckantrieb die Bezeichnung „C“, während die Allradgetriebenen unter „K“ geführt wurden.

 

Die dritte Auflage der Chevrolet C/K Serie im Detail

Exterieur

1973-1987 Chevrolet C/K Serie - dritte GenerationDie Chevrolet C/K Serie der 3. Generation wartete mit einem komplett neuen Karosseriedesign auf, das sich vom typischen US-Pickup-Design dieser Ära deutlich unterschied.
Der neue Karosseriestil beinhaltete neben abgerundete Scheiben und Türrahmen auch abgerundete Ecken um das Kabinendach sowie um die Radkästen. Bis dato einzigartig waren auch die seitlich markant geschwungenen Schulterlinien, die sich beim Chevrolet Fleetside noch über die Heckklappe fortsetzten und mit umlaufenden Rücklichtern abschloss.
Seine rechteckige Front mit einer recht niedrigen Motorhauben-Neigung ließ den Pickup nicht nur größer und breiter, sondern auch eher kastenförmig erscheinen. Dies brachte ihm schließlich den Spitznamen „square- / box-body“ ein, der sich wie ein Laubfeuer durch diverse Truck-Magazine und Mundpropaganda verbreitete.

Auch sind im Vergleich zu den Vorgängermodellen die Radstände mit 2.985 und 3.340 mm leicht angewachsen. Die Doppelkabinen-Ausführungen verfügten sogar mit 4.178 mm über einen noch längeren Radstand. Die Fahrzeuglänge reichte dabei von 4.864 bis 5.380 mm.

Tests im Windkanal

Das neue Design der Serie, welches nach den Windkanaltests entwickelt wurde, sollte vor allem die Aerodynamik und den Kraftstoffverbrauch verbessern. Dabei hatte man sogar die Radioantenne in die angeschrägte Windschutzscheibe integriert.
Beim Facelift von 1981 hatte man die C/K Serie in Sachen Aerodynamik sogar noch verbessern können, indem man das Design noch schlanker und moderner gestaltete.

Karosserievarianten

Insgesamt wurde die dritte Auflage der Chevrolet C/K Serie in zwei Karosserieversionen angeboten – als Fleetside und Stepside.
Während die Fleetside-Modelle mit eher stromlinienförmigem Außenprofil der Ladefläche und innenliegenden Radkästen aufwartet, besitzen die Stepside-Modelle sichtbare bzw. außenliegende (gewölbte) hintere Radkästen.

Während der Boden der Ladeflächen bei den Fleetside-Modellen aus Stahl oder Holz bestand, hatte man die Stepside-Modelle anfangs nur mit Holzböden angeboten.


Chevy C30 One-Ton Dually

Der Chevy C30 One-Ton Dually aus dem Jahr 1973 wird von vielen als erster moderner Heavy-Duty Pickup angesehen. Dieser war der erste Truck der Branche mit Zwillingsbereifung hinten – auch „Big Dooley“ genannt – sowie einer erweiterten Kabine (3+3 Crew Cab) mit Platz für bis zu sechs Personen. Zur Wahl stand auch eine sogenannte Bonus Cab, welche statt einer Rücksitzbank einen verschließbaren Stauraum aufwies. Ebenso konnte man den C30 Pickup optional auch mit einem Camper-Aufbau (aufsetzbare Wohnkabine) ordern.
Angetrieben wurde Heavy-Duty Pickup Truck durch einen 5,7-Liter-V8-Motor, der 155 PS und 345 Nm Drehmoment auf die Straße brachte.

1973 Chevy C30 one-ton Dually - Pickup Camper


Interieur und Sicherheit

Die Chevy C/K Serie III wurde in verschiedenen Ausstattungslinien angeboten:

1973 – 1974
Basis = Custom / mittlere Ausstattung = Custom Deluxe (Z62) / Luxusausstattung = Cheyenne (Z84) / Top-Ausstattung = Cheyenne Super (YE9)
1975 – 1982
Basis = Custom Deluxe / mittlere Ausstattung = Scottsdale (Z62) / Luxusausstattung = Cheyenne (Z84) / Top-Ausstattung = Silverado (YE9)
1982 – 1987
Basis = Costum Deluxe / mittlere Ausstattung = Scottsdale (Z62) / Top-Ausstattung = Silverado (YE9)

1973 Chevy C30 one-ton Dually - InterieurWährend man das Armaturenbrett, die Armlehnen an den Türen sowie Lenkrad und Schalthebel mit Soft-Touch-Materiealen überzog, bestanden die Sitze überwiegend aus Velour oder Vinyl. Einzelne Elemente aus hochwertigeren Materialien wie Chrom, Aluminium und poliertem Edelstahl fanden in den höheren Ausstattungslinien Einzug.
In der Top-Version wurden sogar schalldämpfende Materialien verbaut, was für einen ruhigeren Fahrkomfort sorgte. Auch verzierte man hier – bis zum Modelljahr ´77 – einzelne Elemente (im Armaturenbrett und Türen) mit Echtholz (Kastanienholz), welches man später durch gebürstetes Aluminium ersetzte.

Chevrolet C/K Serie mit fortschrittlichen Sicherheitsfunktionen

Bereits bei der Markteinführung der Chevrolet C/K Serie Gen.3 brachten die Pickups zwei fortschrittliche Sicherheitsfunktionen mit, welche Premieren in Bezug auf Full-Size-Pickups darstellten. Dies war zum einen der serienmäßige Beifahrer-Außenspiegel, sowie die von GM patentierte klappbare Sicherheitslenksäule.
Im Jahr 1975 fügte man – für das 1976 Modelljahr – eine dritte Sicherheitsfunktion hinzu:
Dreipunktsicherheitsgurte mit Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer. Diese ersetzten die bisherigen veralteten Beckengurte.

Zu den weiteren Sicherheits-Features gehörten zudem die weich gepolsterten Innenverkleidungen, Verbundsicherheitsglas, ein prismatischer Rückspiegel (kippbarer Tag / Nacht-Spiegel), neue Blinkanlage (mit sechs Blinklichtern), sowie eine Warnblinkanlage.

 

Antrieb

Die dritte Auflage der Chevrolet C/K Serie wurde – während ihrer Bauzeit – mit zahlreichen unterschiedlichen Motoren angeboten, darunter auch diverse Dieselaggregate.

Motoren:

Die Ottomotoren reichten von 4,1 bis 7,4 Liter Hubraum und leisteten zwischen 77 und 180 kW. Die Dieselmotoren gab es dagegen mit einen Hubraum von 5,7 bis 6,2 Liter und einer Leistung von 92 bis 111 kW.

Alle Motoren im Überblick:

  • 250 cu in (4,1 L) I6
  • 292 cu in (4,8 L) I6
  • 262 cu in (4,3 L) V6
  • 305 cu in (5,0 L) V8
  • 350 cu in (5,7 L) V8
  • 400 cu in (6,6 L) V8
  • 454 cu in (7.4 L) V8
  • 350 cu in (5.7 L) Oldsmobile Diesel V8
  • 379 cu in (6.2 L) Detroit Diesel V8

Getriebe:

Angeboten wurde die Chevy C/K Serie mit folgenden Getrieben:

  • 3-speed Turbo Hydra-Matic 350 automatic
  • 3-speed Turbo Hydra-Matic 400 automatic
  • 4-speed Turbo Hydra-Matic 700R4 automatic
  • 3-speed Saginaw manual
  • 4-speed Saginaw Muncie SM465 manual
  • 4-speed New Process NV833 overdrive manual

Fahrwerk:

Die heckgetriebenen Chevy Trucks wurden mit einer unabhängigen Vorderradaufhängung und Schraubenfedern ausgestattet, die für ein Pkw-ähnliches Fahr- und Handlings-Verhalten sorgte.
Dagegen versah man die Allrad-Modelle mit einer sogenannten live front axle (Live-Vorderachse).
Zu guter Letzt bekamen beide Versionen das GMs Load Control-Hinterradaufhängungssystem mit aktiver Hinterachse und mehrblättrigen Federn.

1987 Chevrolet C10 Silverado half-ton Pickup

Allrad-System:

Die Chevy Allrad-Modelle wurden mit manuellen Verriegelungsnaben oder den Shift-on-the-Fly-Systemen ausgestattet.

Nutz- und Anhängelast:

Die jeweilige Nutz- und Anhängelast der C/K-Serie variiert je nach Konfiguration wie: Motor, Getriebe, Differentialübersetzung, Leergewicht und Antriebsart.

In Sachen Nutzlast sind die Pickups generell in drei Gewichts- bzw. Zulassungsklassen unterteilt:

  • half-ton (1/2-Tonner = Chevy C10 u. K10)
  • three quarter-ton (3/4-Tonner = Chevy C20 u. K20)
  • one-ton (1/1-Tonner = Chevy C30 u. K30)

Somit liegt die jeweilige Nutzlast der C/K Serie zwischen 0,5 und 1 Tonne.

Bei der Anhängelast kann beispielsweise ein Chevy Pickup der C-Serie in der half-ton Klasse bis zu 3.630 kg an den Haken nehmen, während dieser in der three quarter-ton oder one-ton Klasse knapp 5.450 kg ziehen darf.
Die K-Serie mit entsprechendem Vierradantrieb verfügt, aufgrund des höheren Leergewichts, über eine nicht ganz so hohe Anhängelast. Somit zieht ein half-ton oder three quarter-ton Pickup dagegen nur rund 2.950 kg und in der one-ton Klasse 3.175 kg.

Auch stand der Chevrolet C/K Serie ein spezielles Anhängerpaket (Trailering Special package) zur Seite. Darin enthalten war: Servolenkung, leistungsstarke Batterie und Lichtmaschine, 7-poliger Anschluss, ein Hochleistungs-Motoröl- und Getriebeölkühler sowie das sogenannte distributing trailer hitch. Letzteres sorgt für eine verbesserte Gewichtsverteilung, was mehr Kontrolle über den Anhänger bringt.

1973 Chevy C30 one-ton Dually mit Trailer

 

Der Chevy Pickup mit zahlreichen Veränderungen bzw. Überarbeitungen

Neben einem Facelift (1981) erfuhr die Chevrolet C/K Serie der 3. Generation noch zahlreiche weitere Veränderungen (in nahezu allen Bereichen) während ihrer Bauzeit. So hatte man fast bei jedem Modelljahr etwas modifiziert, modernisiert oder hinzugefügt.

Einige Beispiele im Überblick:

  • elektrische Fensterheber und Türschlösser sowie Klima, Tempomat und Heckscheibenheizung wurden hinzugefügt (teils optional)
  • neue Materialien im Innenraum
  • neues Armaturenbrett
  • neue Türverkleidungen
  • neue Sitzbezüge und Einstiegsleisten
  • veränderte Ausstattungslinien
  • neues Instrumentenpaket
  • neue Kabine (4-türiges Modell ohne Rücksitzbank)
  • Katalysatoren
  • neue Soundanlage
  • neue Lackierungen
  • neuer Kühlergrill
  • Zinkreiche Grundierung
  • Intervallwischer
  • Chrom-Stoßfänger
  • neue Motoren
  • neue Getriebe
  • Änderungen am Rahmen
  • Scheinwerfer und Blinker wurden verändert
  • neue Schürzen
  • Aluminium-Gussräder
  • Doppelauspuff
  • komplett neues Frontdesign (Facelift)
  • Gewichtsreduktion
  • verbesserter Allradantrieb
  • Servolenkung
  • uvm.

 

Das Jahr 1987 läutete schließlich das Ende der Chevrolet C/K Serie der dritten Generation ein. Im darauffolgenden Jahr wurde bereits die vierte und zugleich auch letzte Auflage der C/K Pickups – die hier allerdings eine andere Bezeichnungsstruktur erhielt – auf den Markt gebracht. Die verschiedenen Gewichtsklassen wurden hier unter der Bezeichnung 1500, 2500 und 3500 geführt.

 

Bilder

Bilder: © General Motors / CC BY-NC 3.0 

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