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Mitsubishi & Nissan: Gemeinsamer Midsize-Pickup für die USA bestätigt

Frischer Wind für die US-Händlerplätze von Mitsubishi: Der japanische Automobilhersteller bricht aus seiner reinen SUV- und Crossover-Blase aus und plant die Rückkehr ins amerikanische Pickup-Segment. Das Projekt entsteht in einer strategischen Kooperation mit Nissan.

Mitsubishi Pickup Truck

Wer heute in den USA an einem Mitsubishi-Autohaus vorbeifährt, sieht vor allem eines: Pkw und Crossover-Modelle. Das soll sich bald ändern. Am vergangenen Freitag hat die Marke offiziell bestätigt, dass ein neuer Midsize-Truck für den nordamerikanischen Markt in der Pipeline ist.

Es ist nicht der erste Versuch: Der letzte Pickup, den Mitsubishi in den USA verkaufte, war der Raider (basierend auf dem Dodge Dakota) – ein Modell, dessen Erfolg am Markt gelinde gesagt überschaubar blieb. Für den neuen Anlauf setzt das Unternehmen auf ein starkes Bündnis und entwickelt den Truck gemeinsam mit Nissan.

Die Offroad-Offensive: 13 neue Modelle in 5 Jahren

Das Timing der Ankündigung ist kein Zufall. Mitsubishi braucht dringend emotionale und neue Produkte auf dem US-Markt. Parallel zum Pickup-Projekt wurde auch das Comeback des legendären Pajero-SUV angekündigt (der in den Staaten als Montero bekannt war). Die Marschrichtung ist klar: Echte Offroader kehren zurück ins Portfolio.

Während der international bekannte Triton (bzw. L200) weiterhin auf anderen globalen Märkten rollt, setzt die langfristige Strategie der Marke auf noch differenziertere Produkte für die weltweiten Märkte. Das Ziel ist ambitioniert: Mitsubishi will seinen weltweiten Absatz von rund 700.000 Fahrzeugen im Geschäftsjahr 2025 auf über 930.000 Einheiten bis zum Beginn der 2030er-Jahre pushen. Der neue Truck und der Pajero sind dabei nur zwei von insgesamt 13 neuen Modellen, die in den nächsten fünf Jahren starten sollen.

Was wir über den neuen Mitsubishi-Truck wissen

Ein Blick zu Nissan verrät, warum das Thema genau jetzt heiß wird: Dort läuft bereits die Entwicklung der nächsten Generation des Nissan Frontier, der noch vor Ende des aktuellen Jahrzehnts auf den US-Markt kommen soll. Für diesen Truck stehen ein neuer Hybrid-Antrieb (analog zum kommenden Nissan Xterra) sowie ein frisches Design und moderne Tech-Updates im Raum. Der aktuelle Frontier ist seit dem Modelljahr 2022 auf dem Markt.

Da die Zusammenarbeit („Collaboration“) für Mitsubishi der Schlüssel zu neuen Marktsegmenten ist, dürften sich die beiden Trucks die technische Basis teilen. Ob es sich am Ende um fast identische Fahrzeuge handelt oder ob Mitsubishi dem eigenen Modell einen komplett eigenständigen Charakter für eine andere Zielgruppe verpasst, ist noch offen. Die Plattform und die Motoren werden aber mit hoher Wahrscheinlichkeit identisch sein.

Der clevere Trick mit der „Chicken Tax“

Wie der Truck heißen wird, bleibt vorerst ein Geheimnis. Allerdings hat sich Mitsubishi kürzlich die internationalen Markenrechte für den Namen „Endeavor“ gesichert – ein heißer Kandidat für ein Namens-Comeback bei der offiziellen Premiere.

Die Partnerschaft mit Nissan hat zudem einen massiven wirtschaftlichen Vorteil für den US-Markt: Nissan baut den Frontier direkt vor Ort im Werk in Mississippi. Würde Mitsubishi einen fertigen Truck aus dem Ausland importieren, griffe sofort die sogenannte „Chicken Tax“ – eine historische, 25-prozentige US-Strafsteuer auf importierte Nutzfahrzeuge. Genau diese Steuer hat den Triton/L200 und viele andere internationale Pickups bisher komplett vom US-Markt ferngehalten. Durch die lokale Produktion mit Nissan lässt sich diese Hürde elegant umgehen.

Fazit

Da sich das Projekt noch in einer frühen Phase befindet, müssen wir auf finale Details und Bilder wohl noch etwas warten. Klar ist aber: Wenn der neue Mitsubishi-Pickup, der nächste Nissan Frontier und der bereits angekündigte Midsize-Truck mit Leiterrahmen von Hyundai zeitgleich auf den Markt rollen, wird es zum Jahrzehntenwechsel im US-Midsize-Segment so richtig eng und spannend.

Bild: © Mitsubishi Motors 

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