Der Ford Maverick mischt seit Ende 2021 (als Modelljahr 2022) den amerikanischen Automarkt auf. Als kleinster Pickup im Portfolio der Ford Motor Company ist er unterhalb des Ford Ranger angesiedelt. Das Besondere: Statt auf einem klassischen Leiterrahmen basiert er auf einer modernen, selbsttragenden Pkw-Plattform (C2-Plattform), die er sich unter anderem mit dem Ford Focus und dem Bronco Sport teilt. Er wird ausschließlich als viertürige Doppelkabine (Crew Cab) mit kurzer Ladefläche angeboten.
Die Nachfrage nach dem Lifestyle-Truck ist enorm. Ford konnte im ersten Jahr nicht alle Bestellungen bedienen; für das darauffolgende Modelljahr waren die Auftragsbücher sogar nur eine einzige Woche geöffnet. Besonders erfolgreich ist der Maverick darin, neue Kunden zu gewinnen: Fast 60 Prozent der Käufer wechselten von einer anderen Marke zu Ford. Auch Jahre nach dem Marktstart bleibt der Erfolg ungebrochen, während direkte Konkurrenten wie der Hyundai Santa Cruz mit deutlichen Absatzeinbrüchen zu kämpfen haben.
Karosserie und das „Flexbed“-Konzept
Obwohl der Maverick kompakter ist als klassische Pickups, sorgt ein verlängerter Radstand für überraschend viel Platz im Innenraum. Große Teile der Frontpartie sowie das Armaturenbrett stammen direkt aus dem SUV Bronco Sport, und beide Modelle laufen im selben mexikanischen Werk in Hermosillo vom Band.
Die rund 1,40 Meter lange Ladefläche wird von Ford als Flexbed vermarktet. Sie bietet clevere Detaillösungen:
- Erweiterbarkeit: Wird die Heckklappe halb abgesenkt, lassen sich selbst große Bauplatten transportieren.
- Individualisierung: Vorgeprägte Taschen und Schlitze in den Seitenwänden ermöglichen den einfachen Einbau eigener Halterungen.
- Stromversorgung: Ein separater, abgesicherter 12-Volt-Anschluss steht für Zubehör und Umbauten bereit.
Motoren, Allrad und Leistung
Der Maverick punktet mit zeitgemäßen und effizienten Antriebsoptionen. Käufer haben die Wahl zwischen einem innovativen Hybridantrieb und einem klassischen Turbo-Benziner.
- 2,5-Liter-Hybrid (Serie): Die Kombination aus einem Vierzylinder-Benziner (Atkinson-Zyklus) und einem Elektromotor leistet 194 PS (142 kW). Der effiziente Elektromotor ist eine Eigenentwicklung von Ford. Die Hybrid-Version entwickelte sich schnell zum Bestseller und macht deutlich mehr als die Hälfte aller Verkäufe aus.
- 2,0-Liter-EcoBoost (Optional): Der Turbo-Vierzylinder leistet 253 PS (186 kW) und ist an eine 8-Stufen-Automatik gekoppelt.
Wichtige Änderung beim Antrieb: In den ersten Baujahren war der Hybrid nur mit Frontantrieb verfügbar. Mit der großen Modellpflege sind sowohl der Hybrid als auch der Turbo-Benziner mit Allradantrieb (AWD) erhältlich (beim Turbo ab diesem Zeitpunkt sogar serienmäßig).
Anhängelast und Gelände-Optionen
Die serienmäßige Anhängelast liegt bei 910 kg. Mit dem optionalen „4K Tow Package“ (verfügbar für die Allrad-Modelle inklusive verbesserter Kühlung und kürzerer Achsübersetzung) steigt diese auf 1.800 kg.
Für den Einsatz abseits befestigter Straßen bietet Ford spezielle Varianten an:
- FX4-Paket: Bietet Unterfahrschutz, zusätzliche Traktionsmodi und All-Terrain-Reifen.
- Tremor: Diese ehemals als Paket angebotene Version ist mittlerweile eine eigenständige Ausstattungslinie. Sie bringt echte Offroad-Technik wie ein spezielles Allrad-Heckklappenmodul mit Differenzialsperre (vom Bronco Sport Badlands), ein verstärktes Fahrwerk, eine neue Frontschürze für mehr Böschungswinkel und ca. 2,5 cm zusätzliche Bodenfreiheit.
Ausstattungen im Überblick
Der kompakte Pickup wird in fünf verschiedenen Ausstattungslinien angeboten:
- XL (Basis): Bietet das Nötigste wie Stoffsitze und Stahlfelgen, bringt aber serienmäßig bereits ein Infotainment-System mit Smartphone-Anbindung (Apple CarPlay/Android Auto), eine Rückfahrkamera und einen Notbremsassistenten mit. (Ein Tempomat ist seit dem zweiten Modelljahr ebenfalls Serie).
- XLT (Mittelklasse): Ergänzt die Basis um Alufelgen, elektrische Außenspiegel, ein größeres Farb-Display im Cockpit und eine Fernstart-Funktion.
- Lariat (Premium): Setzt auf Komfort mit Kunstledersitzen, Sitzheizung, elektrischer Sitzverstellung und Keyless-Go (Startknopf). Exklusiv im Luxus-Paket gibt es hier ein Bang & Olufsen Soundsystem sowie einen adaptiven Tempomaten.
- LOBO (Sportmodell ab 2025): Die sportliche Straßen-Variante verfügt über ein tiefergelegtes Sportfahrwerk, eine stärkere Zweikolben-Bremsanlage und 19-Zoll-Felgen im Turbofanen-Look. Ein spezieller „Lobo-Modus“ aktiviert Torque Vectoring über das Allradsystem.
- Tremor (Offroad ab 2025): Die eigenständige Variante für maximalen Offroad-Spaß.
Facelift für das Modelljahr 2025
Bei der umfassenden Modellpflege spendierte Ford dem Maverick ein modernes Update. Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick:
- Optik & Licht: Eine komplett neue Frontpartie mit markanten Scheinwerfern im „7er“-Design.
- Technologie im Innenraum: Das Cockpit erhält einen deutlich größeren 13,2-Zoll-Touchscreen mit modernster Sync 4-Software, kabelloser Smartphone-Integration und schnellem 5G-LTE-Standard. Optional steht ein 360-Grad-Kamerasystem zur Verfügung.
- Smarte Helfer: Neue Assistenzsysteme wie der Pro Trailer Backup Assist und Pro Trailer Hitch Assist erleichtern das präzise Rangieren und Ankoppeln von Anhängern.
- Motoren-Update: Der 2,0-Liter-EcoBoost-Motor wurde technisch modernisiert (u. a. durch eine kombinierte Saugrohr- und Direkteinspritzung), behält aber seine Leistungsdaten bei. Im sportlichen Lobo sorgt zudem eine modifizierte Getriebesteuerung dafür, dass für schnellere Schaltvorgänge der zweite Gang übersprungen wird.
Bilder: © The Ford Motor Company



