Der US-amerikanische Fahrzeughersteller Slate hat den Vorverkauf für seinen unkonventionellen elektrischen Pick-up offiziell eröffnet. Das Fahrzeug setzt konsequent auf Reduzierung: In der Basisvariante wird das Modell für 24.950 Dollar angeboten. Obwohl dieser Preis um 4.950 Dollar über den allerersten Ankündigungen liegt, gilt das Elektroauto auf dem US-Markt weiterhin als außergewöhnlich günstig. Der Slate unterbietet preislich sogar etablierte Kompakt-Trucks mit Verbrennungstechnologie wie den beliebten Ford Maverick XL in der Hybrid-Grundausstattung, der aktuell ab 28.145 Dollar gelistet ist.
Modulare Individualisierung statt Serienausstattung
Während herkömmliche Automobilhersteller die Personalisierung meist auf Lackfarben, Interieurmaterialien oder Felgendesigns beschränken, geht Slate einen radikal modularen Weg. Das Einstiegsmodell wird in einer absoluten Minimalausstattung geliefert. Selbst grundlegende Komponenten wie Lautsprecher, die Mittelkonsole oder die spezifische Formgebung der Frontscheinwerfer müssen Käufer separat auswählen und bezahlen. Ein fest verbautes Infotainment-System oder ein Touchscreen fehlen vollständig – stattdessen setzt der Hersteller auf Halterungen für Smartphones und Tablets. Auch die Regulierung der Klimaanlage erfolgt klassisch über analoge Drehknöpfe.
Die Preise und Modellvarianten im Vergleich:
- Basis-Pick-up: 24.950 Dollar
- Fastback (geschlossene SUV-Variante): 29.950 Dollar
- Squareback (geschlossene SUV-Variante): 31.950 Dollar
Die beiden SUV-Versionen verfehlen das firmeninterne Ziel, günstiger als vergleichbare Verbrenner zu sein. Sie sind teurer als die zehn preiswertesten SUVs in den USA, zu denen beispielsweise der Hyundai Venue SE mit Benzinmotor für 22.150 Dollar gehört.
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Erhöhte Reservierungsgebühr für Neukunden
Das veränderte Preisgefüge betrifft auch die Konditionen für Reservierungen. Rund 180.000 Interessenten hatten sich bereits frühzeitig ein Fahrzeug gesichert und hierfür eine Anzahlung von 50 Dollar geleistet. Wer sich jetzt erst für eine Vorbestellung entscheidet, muss eine deutlich höhere Anzahlung von 300 Dollar hinterlegen.
Technische Upgrades: Mehr Kapazität und höhere Nutzlast
Parallel zur Preisanpassung hat Slate die technischen Spezifikationen der Basisversion nachgebessert. Statt des ursprünglich geplanten 53-kWh-Akkus kommt nun standardmäßig eine Batterie mit 63 kWh Kapazität zum Einsatz. Diese speist den 135 kW starken Elektromotor und erhöht die prognostizierte Reichweite von 241 Kilometer auf nunmehr 330 Kilometer. Auf den Energiespeicher gewährt das Unternehmen eine Garantie von 10 Jahren oder eine Laufleistung von bis zu 110.000 Meilen (ca. 177.000 Kilometer). Pläne für einen noch größeren 84-kWh-Akku, der eine Reichweite von 386 Kilometern ermöglicht hätte, wurden hingegen komplett fallengelassen.
Optimiert wurden zudem die Transport- und Zugeigenschaften: Die maximale Traglast des Pick-ups beläuft sich auf 703 Kilogramm. Die zulässige Zugkraft wurde signifikant gesteigert und im Vergleich zu früheren Plänen auf 907 Kilogramm nahezu verdoppelt.
Kompakte Abmessungen und ausgeprägter 1980er-Retro-Charme
Optisch und konzeptionell unterscheidet sich der Slate drastisch von den typischerweise sehr wuchtigen amerikanischen Pick-ups. Mit einer Gesamtlänge von lediglich 4,44 Metern fällt das Fahrzeug vergleichsweise kompakt aus – moderne Konkurrenten wie der Ford Maverick XL messen in der Länge über 5 Meter. Das kantige Außendesign orientiert sich bewusst an Automobil-Klassikern der 1980er-Jahre, wie etwa dem historischen Ford Bronco.
Dieser Retro-Ansatz spiegelt sich auch im Zubehörprogramm wider. Kunden können Karosserieteile wie die Motorhaube oder das Dach in unterschiedlichen Farbtönen folieren lassen, ohne das gesamte Auto einheitlich zu gestalten. Insgesamt plant der Hersteller eine Palette von über 100 Folierungsvarianten und mehr als 200 Accessoires. Hierzu gehören spezielle Befestigungssysteme für die Ladefläche, passgenaue Werkzeugkoffer, Transporttaschen, ein Liegeflächen-Umbau sowie eine Ladeflächenabdeckung aus integrierten Solarpaneelen. Zum aktuellen Zeitpunkt ist das verfügbare Angebot an Zubehör und Folierungen allerdings noch limitiert.
Marktstart und Perspektiven für Europa
Die ersten Auslieferungen des Slate sollen nach aktuellem Planungsstand Ende 2026 beginnen; ein exakter Monat wurde noch nicht kommuniziert. Vorerst wird der minimalistische Stromer ausschließlich auf dem US-amerikanischen Markt vertrieben. Konkrete Pläne für eine Expansion nach Europa existieren bislang nicht. Der Hersteller hält sich diese Option jedoch offen: Sollte die Nachfrage entsprechend hoch ausfallen, zieht Slate die Zusammenarbeit mit Vertriebs- oder Lizenzpartnern für den europäischen Verkauf oder eine dortige Produktion in Betracht.
Bilder: © Slate.


