Wer heute an Pickup-Trucks denkt, dem fallen meist bullige V8-Modelle aus den USA oder moderne Lifestyle-Laster wie der Hyundai Santa Cruz ein. Doch die Geschichte der koreanischen Pritschenwagen begann viel bescheidener – und deutlich früher. Der Hyundai Pony Pickup war nicht nur das erste Nutzfahrzeug seiner Art für Hyundai, er war auch ein wichtiger Baustein in der frühen Entwicklung des koreanischen Herstellers.
Der Ursprung
Mitte der 70er Jahre hatte Hyundai eine klare Vision: Weg von der Lizenzfertigung (wie dem Ford Cortina) und hin zum ersten eigenen südkoreanischen Serienauto. Unter der Leitung des ehemaligen British-Leyland-Managers George Turnbull entstand der Hyundai Pony.
Nachdem die Limousine 1975 debütierte, folgte im Mai 1976 die Pickup-Variante. Das Ziel war simpel: Ein günstiges Transportmittel für Kleingewerbe und Landwirtschaft zu schaffen.
Design und Technik: Europäische Linien, japanische Technik
Das Grunddesign des Hyundai Pony stammt von Giorgetto Giugiaro und seinem Studio Italdesign. Diese Gestaltung prägte auch den Pickup, wenngleich die Nutzfahrzeugversion deutlich funktionaler ausfiel. Technisch basierte der Pony Pickup vollständig auf der Pkw-Plattform und gehört damit zur Kategorie der PKW-basierten Pickups („Coupé Utility“) – ähnlich dem frühen VW Caddy, Subaru BRAT oder dem Chevrolet El Camino.
Technik ohne Schnörkel
Technisch bot der Pony Pickup solide Hausmannskost ohne große Überraschungen. Das war damals notwendig, um auf den Exportmärkten Vertrauen aufzubauen.
- Antrieb: Klassischer Hinterradantrieb (RWD).
- Motorisierung: Robuste Vierzylinder-Motoren von Mitsubishi (Saturn-Reihe) mit Hubräumen von 1,2 bis 1,6 Liter
- Leistung: je nach Motorisierung zwischen etwa 55 bis 74 PS – für damalige Verhältnisse und das geringe Fahrzeuggewicht völlig ausreichend.
- Getriebe: Je nach Motorisierung und Markt war er mit einem 4- oder 5-Gang-Schaltgetriebe sowie in seltenen Fällen mit einer einfachen 3-Gang-Automatik erhältlich.
- Fahrwerk: Während vorne eine Einzelradaufhängung zum Einsatz kam, war hinten eine starre Achse mit Blattfedern verbaut, um die nötige Nutzlast für den gewerblichen Einsatz zu gewährleisten.
Evolution: Vom Pony I zum Pony II
Der Hyundai Pickup wurde in zwei Generationen gefertigt:
- Pony I (1976–1981): Markant durch seine runden Doppelscheinwerfer und die eher schlichte, funktionale Linienführung.
- Pony II (1982–1988): Überarbeitete Optik mit kantigeren Linien, rechteckigen Scheinwerfern und modernerem Innenraum.
Export & Markt – Warum der Hyundai Pony Pickup selten ist
Der Hyundai Pony Pickup wurde ab den späten 1970er-Jahren als Nutzfahrzeugvariante der Pony-Baureihe angeboten. Neben dem südkoreanischen Heimatmarkt war das Modell vor allem in Lateinamerika, Teilen Afrikas und des Nahen Ostens sowie in ausgewählten europäischen Ländern erhältlich. In Nordamerika wurde der Pony Pickup ausschließlich in Kanada vertrieben; eine Markteinführung in den USA erfolgte nicht. Insgesamt blieb das Fahrzeug ein Nischenmodell ohne eigenständige Vermarktung und wurde überwiegend als Ergänzung der Pony-Modellfamilie angeboten.
PS: In Deutschland war er nie offiziell über das Händlernetz erhältlich und blieb daher nahezu unbekannt.
Fazit
Der Hyundai Pony Pickup war kein Fahrzeug für die Galerie, sondern ein zweckmäßiges Werkzeug seiner Zeit. Als PKW-basierter Pickup erfüllte er praktische Aufgaben und zeigte früh, dass Hyundai mehr konnte als Lizenzfertigung. Heute ist er ein seltener Zeitzeuge der Anfänge koreanischer Automobilgeschichte – besonders in Europa eine echte Kuriosität für Sammler und Markenenthusiasten.
Bild: KI-generiert
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