Das AUS der Mercedes X-Klasse

Mercedes streicht seinen Pick-up nach nicht mal drei Jahren Bauzeit.

Die Premium-Marke Mercedes Benz tut es tatsächlich! Nach nicht mal drei Jahren Bauzeit wird nun die Produktion der X-Klasse endgültig eingestellt.

Mercedes X-Klasse Pick-up

Im Herbst 2017 startete die X-Klasse auf dem deutschen Markt, als erster und einzigen Pick-up eines Premiumherstellers. Zu dieser Zeit waren die Erwartungen entsprechend hoch. Vielleicht zu hoch, denn der Traum hat sich nun endgültig ausgeträumt.
Diverse Bestellungen nahm der Hersteller nur noch bis Mitte Januar entgegen und bereits im Mai sollen die letzten Pick-up Modelle vom Band rollen – GAME OVER.

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Die viel zu überteuerte X-Klasse

Für den Bau der X-Klasse übernahm Mercedes die Plattform des Kooperationspartners Nissans. Somit basiert der Pick-up mit Stern technisch auf dem japanischen Nissan Navara sowie dem ebenfalls baugleichen Renault Alaskan.
Ganz nach Mercedes-Manieren hebt sich hierbei natürlich die X-Klasse deutlich Edler ab. Zudem ist man der Einzige im Bunde, der hier mit einem optionalen Sechszylindermotor sowie einem permanenten, nicht nur zuschaltbaren Allradantrieb aufwartet.

Allerdings ließ man sich die diverse Unterschiede auch dementsprechend teuer bezahlen. So startet beispielsweise die X-Klasse bei einem stolzen Preis von rund 48.800 Euro. Im Vergleich dazu bekommt man den technischen Bruder Navara für knapp 20.000 Euro weniger und auch der Franzose Alaskan ist gute 10.000 Euro günstiger. Aber auch zu anderen vergleichbaren Konkurrenz-Modellen schneidet der Mercedes Pick-up rund ein Viertel teurer ab.
Erschwerend hinzu kommt hier noch die Tatsache, dass man das überteuerte Pick-up-Fahrzeug lediglich in Europa, Australien und Südafrika vermarktet. Wichtige Märkte wie u.a. USA überging man hierbei völlig.

Dementsprechend mies fielen natürlich auch die Absatzzahlen aus. So hatte man 2019 insgesamt lediglich 15.300 Fahrzeuge an den Mann bringen können. Im direkten Vergleich dazu konnte Nissan seinen nahezu baugleiche Navara Pick-up über 66.000 mal verkaufen und das bereits im ersten Halbjahr.

Letztendlich lässt sich sagen, dass sich Mercedes mit dem doch recht überzogenen Preis für seinen Premium Pick-up doch etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Schließlich besteht der größte Teil der Pickup-Zielgruppe (auf den angebotenen Märkten) aus Handwerkern bzw. Gewerbetreibenden, deren wichtigstes Kaufargument eindeutig der Preis darstellt.

Bild: © Daimler AG

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